Wie diese Situation entsteht
Im portugiesischen Hinterland und in Teilen der Algarve ist die Bebauung über Jahrzehnte mit der Nutzung mitgewachsen. Ein Stall wurde zum Schuppen, der Schuppen bekam ein Dach und ein Fenster, eine Küche kam dazu, und irgendwann wohnte dort jemand. Bei der Gemeinde wurde das nicht immer nachgetragen — oft weil das Grundstück rústico ist (landwirtschaftliche Fläche, auf der Wohnnutzung formal nicht zulässig ist), sodass die Bebauung nie genehmigungsfähig gewesen wäre.
Das führt zu drei Situationen unterschiedlichen Schweregrads:
- Vollständig legal. Das Grundstück ist urbano, das Gebäude steht in der caderneta predial urbana, und es gibt eine licença de utilização — die Nutzungsgenehmigung, die die Bestimmung des Gebäudes festlegt.
- Registriert, aber ohne Genehmigung. Das Gebäude ist steuerlich erfasst, aber es fehlt die Nutzungsgenehmigung, oder diese deckt eine andere Nutzung als Wohnen ab. Häufig bei älterer Bausubstanz.
- Nicht registriert. Das Gebäude existiert nirgends amtlich. Für Finanzamt und Kataster ist das Grundstück unbebaut — rústico, mit entsprechend niedrigerer Bemessung.
Was es erschwert: Der Notar prüft bei der Übertragung, was in der Urkunde steht, nicht was tatsächlich auf dem Grundstück steht. Sie können vollkommen rechtsgültig Eigentümer eines Grundstücks werden, auf dem ein Gebäude steht, das administrativ nicht existiert.