Reetdach (colmo) und Holzbauweise: die Linie, die über die Platzierung entscheidet
Das Reet- und Schilfdach (colmo), das die Region optisch prägt, ist die wichtigste Angabe auf einem Comporta-Antrag. Mehrere große portugiesische Versicherer zeichnen Reetdächer grundsätzlich nicht — das Risiko wird bei der Angabe abgelehnt, nicht mit einem Aufschlag belegt. Versicherer, die es zeichnen, knüpfen Bedingungen daran: eine Mindesthöhe des Schornsteins über dem First, ein ausgekleideter Rauchabzug, Funkenschutzgitter und eine jährlich von einem Fachbetrieb zertifizierte Kaminreinigung, Mindestabstände zwischen dem Reetdach und anderen Gebäuden, Grill oder Feuerstelle, ein Elektro-Prüfzertifikat, sowie eine Branddetektion und bei größeren Anwesen mitunter eine eigene Löschwasserversorgung. Das sind Obliegenheiten, keine Empfehlungen: Ein seit drei Saisons nicht gekehrter Schornstein kann eine formal gültige Police ohne Deckung für genau das Ereignis bedeuten, für das sie abgeschlossen wurde. Die zugehörige Falle: Viele Anwesen haben ein Hauptwohnhaus mit Ziegeldach und ein Reetdach-Nebengebäude als Poolhaus oder Essbereich — steht im Antrag nur „konventionelle Bauweise“, ist dieses Nebengebäude womöglich gar nicht mitversichert.
Die zweite prägende Bauweise ist der Holzrahmenbau mit großflächiger Verglasung. Der Wiederaufbauwert liegt hier meist höher als bei Massivbau, weil die Ausführung individuell geplant ist und die großformatige Verglasung lange Lieferzeiten hat — eine Versicherungssumme aus einer Standardtabelle pro Quadratmeter beschreibt ein anderes Haus. Glas ist zugleich der am häufigsten gemeldete Schaden auf solchen Anwesen: Klären Sie das Sublimit für Verglasung, ob es pro Scheibe oder pro Schadenfall gilt, und ob Bruchschäden an fest verbauten Scheiben eingeschlossen oder optional sind.
